Projekte

Hochwasserschutz Reusstal

Die Erkenntnisse aus dem Hochwasser vom August 2005 zeigen die Defizite in der Hochwassersicherheit entlang der Reuss von der Gemeinde Dietwil bis Rottenschwil auf. An zahlreichen Orten kam es zu Ausuferungen und Überflutungen. Die Dämme zwischen Mühlau und Rottenschwil wurden an mehreren Stellen überströmt, obwohl sie gemäss früheren Einschätzungen einen Schutz vor einem 1‘000-jährigen Hochwasserereignis hätten bieten sollen.
Die vom Kanton eingeleitete Machbarkeitsstudie vom 20. November 2007 hat wichtige Hinweise in Bezug auf Rahmenbedingungen, Schadenpotential und Lösungsansätze aufgezeigt. Für den zukünftigen Schutz entlang der Reuss in den 3 Kantonen Aargau, Zug und Zürich sind die Hochwasserschutzvorhaben des Oberliegerkantons Luzern nach wie vor von grosser Bedeutung:

  • Ausbau der kleinen Emme und der Reuss
  • Regulierung des Vierwaldstättersees

Ergebnis der Untersuchungen eines Hilfswehres bei der Seebrücke in Luzern
Nach dem sich die Untersuchungen eines Hilfswehres bei der Seebrücke in Luzern im Vergleich zu den ergänzenden, alternativen Schutzkonzepten wie Rückhalteräume und Reussdammerhöhungen im Kanton Luzern als effektiver erwiesen haben, wird leider von dieser Massnahme abgesehen.
In Abstimmung mit dem Hochwasserschutz und der Renaturierung Reuss im Kanton Luzern bis zur Kantonsgrenze in Dietwil ist zu prüfen, welche Masnahmen im Oberen Freiamt in Bezug auf die Hochwassersicherheit entlang der Reuss noch notwendig sind. Es wird sich auch zeigen, ob die bei der Reusstalsanierung gebauten breiten Ausuferungen ausreichen oder ob allenfalls zusätzliche Sicherheiten realisiert werden müssen.
Leider wurden im Rahmen des kantonalen Entlastungsprojektes diverse Hochwasserschutz-Projekte zeitlich verschoben. In der Reussebene soll ein Überlastkonzept umgesetzt werden, das dazu dient, die Reussebene zwischen Dietwil und Rottenschwil vor unkontrollierten Überflutungen und Dammbrüchen zu schützen.

Massnahmen aus der Sicht der Region
Der Vorstand des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt hat sich zu Beginn der neuen Amtsperiode 2014 – 2017 mit den Schwerpunkten der regionalen Arbeiten befasst und ist zum Schluss gekommen, dass das Projekt Hochwasserschutz Reusstal einen hohen Stellenwert bei den Anliegergemeinden der Region hat. Wir teilen die Meinung des Bundesamtes für Umwelt, dass der Hochwasserschutz verbessert werden muss, auch im Hinblick, dass in Zukunft grosse Hochwasser häufiger zu erwarten sind.
Im Wissen um die grossen Aktivitäten und dem Respekt vor deren Auswirkungen im Kanton Luzern, haben wir uns im April 2014 an den Leiter Sektion Wasserbau, Markus Zumsteg, gewendet um unsere Anliegen voranzutreiben.
Unser Begehren wurde speditiv aufgenommen und bereits am 14. Mai 2014 konnten wir neben dem Hochwasserschutz auch die Ziele der Bereiche Erholung, Grund- und Trinkwassernutzung mit den Bereichsleitern vom Kanton besprechen.
Mit Brief vom 29. August 2014 haben wir unser Anliegen beim Baudirektor, RR Stephan Attiger, deponiert. Wir hielten als Fazit fest, dass mit der Sanierung des historischen Reusswehrs die Regulierung des Vierwaldstättersees als wirkungsvolles Element der Hochwasserregulierung in der Reuss zu wenig Wirkung erzielt werden kann. Es braucht eine effiziente Seeregulierung bei der Reussbrücke, wie sie bereits vor Jahren von Grossrat Andreas Villiger aus Sins gefordert wurde.
RR Attiger hat unser wichtiges Anliegen aufgenommen und hat uns versprochen, noch im 2014 mit Regierungsrat Robert Küng vom Kanton Luzern die Projektorganisation und das weitere Vorgehen zu besprechen. Die von uns vorgeschlagene Begleitgruppe aus dem Oberen Freiamt wurde vom Kanton bestätigt:

Mitglieder der Begleitgruppe Hochwasserschutz Reusstal

  • Wiss Pius, GA Dietwil, Präsident Repla Oberes Freiamt
  • Balmer Stefan, GA Abtwil, VS Repla, Präsident Kommission Landschaft
  • Küng Hannes, GA Merenschwand, Vorstand Repla Oberes Freiamt
  • Bucher Ralf, Grossrat, Präsident beratende Kommission Reusstal
  • Villiger Andreas, VA Sins
  • Sidler Bruno, Leiter Geschäftsstelle Repla Oberes Freiamt

Siedlungsentwicklung 2040 – Regionales Raumkonzept

Der anhaltende Siedlungsdruck aus den Räumen Zürich, Zug und Luzern prägt die Region Oberes Freiamt sehr stark. Im kantonalen Richtplan ist u.a. dieser Siedlungsdruck nicht berücksichtigt. Das Wachstum wird insbesondere durch die wachsenden Wirtschaftsräume und durch die gute verkehrliche Anbindung (A4, ÖV) begünstigt. Die Betrachtung dieses funktionalen Raumes bedeutet insbesondere auch für die ländlichen Gemeinden in der Region einen stärkeren Entwicklungsdruck, als es gegenwärtig im Raumkonzept Aargau, bzw. im kantonalen Richtplan berücksichtigt ist.

Im Rahmen der regionalen Arbeiten wurden mit Unterstützung seitens Kanton und im Einvernehmen mit den Verbandsgemeinden bereits wichtige regionale Grundlagen und Konzepte geschaffen und verabschiedet:

  • 2008 Regionales Entwicklungskonzept mit Leitsätzen für die regionale Entwicklung
  • 2010 Im regionalen Siedlungs- und Verkehrskonzept sind die räumlichen Strukturen sowie die Grundsätze der künftigen Raum- und Verkehrsentwicklung in der Region Oberes Freiamt festgelegt worden.
  • 2011 Ortsdurchfahrten in der Region mit dem Fokus Verkehr
  • 2011 Zukunftsvision Oberes Freiamt – ZUGWEST 2030, PAZU mit Visionen und Strategien im funktionalen Raum – als wichtiger Ansatz für die Betrachtung des funktionalen Raums.

Mit dem vom Grossen Rat im Frühling 2015 beschlossenen Änderungen des kantonalen Richtplans und den darin enthaltenen Anforderungen an die zukünftige Siedlungsentwicklung stellen sich für die Region neue Herausforderungen. Als strategische Grundlage zur Aktualisierung der bestehenden Leitsätze und als Unterstützung für die Gemeinden in der Region soll deshalb ein regionales Raumkonzept „Siedlungsentwicklung 2040 im funktionalen Raum“ erarbeitet werden.

Zielsetzungen

  1. Unterstützung der Gemeinden bei den Herausforderungen der zukünftigen Siedlungsentwicklung
  2. Aufzeigen der Potenziale im bestehenden Siedlungsraum
  3. Aufzeigen der Beziehungen im funktionalen Raum (Wohnen-Arbeiten-Freizeit-Erholung-Versorgung)
  4. Konkretisierung der Entwicklungsschwerpunkte
  5. Präzisierung und Weiterentwicklung Raumkonzept Aargau

Merkblatt Siedlungs- und Landschaftsentwicklung in agglomerationsnahen Räumen

Das Regionale Raumkonzept 2040 Oberes Freiamt wurde von der Arbeitsgruppe der Repla im 2016 erarbeitet und an der Abgeordnetenversammlung vom 8. März 2017 zur öffentlichen Mitwirkung vorgestellt.

Die Unterlagen befinden sich unter Rubrik Aktuelles / Öffentliche Mitwirkung.

Plattform Aargau – Zug (PAZU)

Die PAZU wurde im 2005 von den beiden Baudirektoren Heinz Tännler vom Kanton Zug und Peter C. Beyeler vom Kanton Aargau mit der Zielsetzung, die Zusammenarbeit, die Vernetzung und die Koordination für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, gegründet.

Als Fazit nach der PAZU vom 24. Mai 2007 wurde in der Aktennotiz festgehalten, dass das Obere Freiamt und das Gebiet Ennetsee spannende Entwicklungsräume für einen grenzüberschreitenden Informationsaustausch sind. Neben der Feststellung, dass das Weiterführen der PAZU unbestritten ist, wurde vor allem betont, dass die Zusammenarbeit sich aber nicht nur auf den Informationsaustausch beschränkt, sondern auch konkrete Projekte und Arbeiten beinhalten soll.

Nach einem Workshop im 2009 in Rotkreuz mit Vertreterinnen und Vertretern der Plattform Aargau – Zug wurde das Ziel definiert, künftige Handlungsfelder einer gemeinsamen räumlichen Entwicklung zu erarbeiten:

  • Standortförderung Oberes Freiamt – ZUGWEST
  • Gemeinsame Zukunftsvorstellungen Aargau – Zug
  • Gemeinsames Mobilitätsmanagement ÖV / MIV
  • Erarbeitung und Koordination der Nutzungsplanungen über die Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinweg unter Berücksichtigung der funktionalen Räume in den Raumordnungskonzepten (ROK)

Für die weitere Bearbeitung wurde eine Arbeitsgruppe konstituiert, die aus den politischen Vertretungen der PAZU-Gemeinden der Repla Oberes Freiamt und von ZUGWEST zusammengesetzt war.

Das Ergebnis ist im Bericht «Zukunftsvision Oberes Freiamt – ZUGWEST» ersichtlich.